AT - Strohballenhäuser in Austria Niedrigenergiehaus Staenderbau-Infill Strohballendach

Strohballen Niedrigstenergiehaus in Maria Anzbach

Herbert Gruber
vorgestellt von Herbert Gruber

Eckdaten

Ort:Maria Anzbach Fertigstellung:2014 Bauweise:Holzständerbau mit Strohballendämmung in Dach und Wand, Bodenplatte flachsgedämmt Entwurf & Planung:Jürgen Herler Zimmerer:Harold, Selbstbau Lehm & Kalkputze:Lehm Austria Besichtigung:Ja Pressebilder:Ja
Eigenleistung:viele Eigenleistungen von der Konstruktion bis zur Befüllung mit Strohballen
Heizwärbebedarf:32 Haustechnik:wasserführender Kaminofen, solare Warmwasserbereitung, Fuß- und Wandheizung Kategorien: AT - Strohballenhäuser in Austria, Niedrigenergiehaus, Staenderbau-Infill, Strohballendach,

Fam. Herler: Unser Haus wird in der klassischen Holzständermethode mit infill-Technik gebaut. Es kommen 35 cm starke Strohballen zum Einsatz, die, zwischen je 2 Holzständer eingeklemmt, und gemeinsam mit 24 cm Flachs im Boden zu einem guten Niedrigenergiehaus (32 KWh/m2/Jahr) führen. Ein optimales Dampfdruckgefälle in der Wand von innen nach außen wird durch Beplankung mit OSB-Platten innen und DWD-Platten außen erreicht. Die innere Platte sorgt für die Horizontalsteifigkeit und hat einen 60-fach höheren Dampfdruckwiderstand als die äußere (µ-Wert von 140–200), die auch als Windbremse dient. Das Haus ist somit diffusionsoffen und kommt ohne jede Kunststoff-Dampfbremse aus. Wir haben uns bewusst gegen ein Passivhaus mit kontrollierter Wohnraumlüftung und Erdwärmepumpe entschieden, da uns eine zentrale und sichtbare Feuerstelle sehr wichtig für das Wohlbehagen ist und geringstmögliche Technikabhängigkeit ein erklärtes Ziel ist. Daher werden wir unser Haus mit einem wasserführenden Kaminofen beheizen, welcher gemeinsam mit solarer Warmwasserbereitung einen Pufferspeicher beschickt. Zusätzliche Heizungselemente sind in Form einer Fußboden- bzw. Wandheizung im Erdgeschoss und im Bad im OG geplant. Die Schlafräume im OG werden nur über die Konvektion des Ofens erwärmt. Wandheizungen sorgen für eine optimale Temperaturverteilung im Raum und sind daher auch im Sinne der Baubiologie sehr empfehlenswert. Sie halten die Wände trocken und erhöhen die Wandtemperatur (die für das Wärmeempfinden ausschlaggebend ist) ohne die Luft zu überheizen (diese bleibt kühler und feuchter). Infos auf www.unserhauswaechstnach.org. Siehe dazu auch das Atelier am selben Grundstück, das in einem asbn-Workshop errichtet wurde.

Über den Autor

Herbert Gruber

Herbert Gruber

Netzwerker seit der Gründung des ASBN 1999, Obmann des ASBN seit 2006, Buchautor (Bauen mit Stroh, Neues Bauen mit Stroh), Gesellschafter von StrohTec (Österreichs erster Strohbaufirma), hat in Ravelsbach im Zuge eines Haus der Zukunft plus-Projektes die Virtuelle Stroh-Baustelle ins Leben gerufen, wo seit 2010 regelmäßig Workshops stattfinden. 2015 gründete er die Kooperation StrohNatur, die nun auch Strohballenhäuser (mit und ohne Workshops) errichtet.