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Virtuelle Stroh-Baustelle für Workshops: Revitalisierung und Ausbau einer Scheune

Herbert Gruber
vorgestellt von Herbert Gruber

Eckdaten

Ort:Ravelsbach Fertigstellung:2014 Bauweise:Holzständerbauweise Entwurf & Planung:Herbert Gruber Zimmerer:Kreativer Holzbau GmbH Baumeister:Schusterbau, Gaindorf Lehm & Kalkputze:Lehm Austria Baukosten:1200,- €/m2 Besichtigung:Nein Pressebilder:Nein
Eigenleistung:insbesondere das Fundament, die Befüllung mit Strohballen und der Lehmputz durch Workshops Kundenzufriedenheit:Der wärmste Raum des Hauses und der Scheune ist diese in Passivhausqualität (Stand 2009) ausgeführte Konstruktion. Der geglättete Estrich (Tipp) ist günstig, eignet sich besonders gut als hoch belastbarer Werkstattboden und ist trotzdem so schön, dass er als Wohnzimmerboden durchginge. Die Passivhausfenster und Türen aus Holz sind eine Wohltat. Und der Lehmputz sorgt für die wunderbare Wohnqualität. Durch einige Eigenleistungen und im Speziellen die vorhandene sichtbare Scheunenkonstruktion (bringt das besondere Flair in den Raum) konnten die Baukosten auf rund 1.200,–/m2 gesenkt werden. Nachmachen!
Wohnnutzfläche:60m2 U-Wert (Wand):0,13W/m2K U-Wert (Dach):0,13W/m2K Haustechnik:Fussbodenheizung, versorgt durch eine zentrale Stückholzanlage (Vigas Brennwertkessel mit Solaranbindung und 1000 l Wasserspeicher). Warmwasser über Solaranlage. Kategorien: AT - Strohballenhäuser in Austria, Best of Strohballenbau, Niedrigenergiehaus, Sanierung, Revitalisierung, Staenderbau-Infill, Virtuelle Baustelle, Wrapping,

Workshop-Baustelle und Dauerausstellung zugleich ist das Haus der Zukunft-Projekt des asbn, gefördert vom bm:vit. Im Monatsabstand finden hier von April bis September Workshops und Seminare statt.
Die Konstruktion wurde auf ein Streifenfundament mit Frostschürzen (Frost Protected Shallow Foundation) außerhalb der bestehenden Scheunenkonstruktion gestellt. Die Westwand musste dabei erneuert werden. Der Hauptsteher der Scheune wurde versetzt. Auf das Streifenfundament wurde die Holzständerkonstruktion gestellt, außen mit diffusionsoffenen Agepan DWD beplankt und mit Strohballen befüllt. Die Fassade erhält einen Kalkputz auf Heraklith BM, im Obergeschoß ist sie mit einer hinterlüfteten Holzfassade beplankt. Innen wurde mit OSB Top4 Platten (formaldehydfrei) beplankt und als Installationsebene und Putzträger 3,5 cm Heraklith BM (magnesitgebunden) installiert. Darauf wurde in Workshops der Lehmputz (1,5 – 2 cm ) aufgetragen. Die Decke wurde zum auf dieser Seite unausgebauten Dachboden ebenfalls mit Strohballen gedämmt. Die Untersicht bildet eine OSB Top4-Platte mit Schilfstukkatur und Lehmputz (Spritzputz). Der Boden wurde auf Rollierung (20 cm) mit Perliten (Europerl Thermofloor) gedämmt und darauf ein schwimmender Estrich mit Fussbodenheizung aufgebracht. Durch das Glätten des Estrichs und die Beimengung von Marmorpulver an der Oberseite entstand ein schöner Boden im Steinlook. Die Zwischenwände zum Bad und WC wurden mit Stroh gefüllt und mit Lehm auf OSB + Schilfstukkatur bzw. auf Rauhschalung + Stukkatur verputzt. Als oberes Lichtband wurde in Workshops eine Flaschenwand mit Cob (Lehm-Stroh-Mischung) errichtet. Siehe dazu auch das asbn-Büro (Nebenraum), das bereits 2006 errichtet wurde sowie das Strohballen-Gewölbe im Obergeschoß. Unser Dank gilt auch den Handwerkern und den WorkshopteilnehmerInnen sowie Gerhard Scherbaum (Einfach Gemeinsam Bauen, Ausbau WC und Bad), die allesamt großartige Arbeit geleistet haben.

Über den Autor

Herbert Gruber

Herbert Gruber

Netzwerker seit der Gründung des ASBN 1999, Obmann des ASBN seit 2006, Buchautor (Bauen mit Stroh, Neues Bauen mit Stroh), Gesellschafter von StrohTec (Österreichs erster Strohbaufirma), hat in Ravelsbach im Zuge eines Haus der Zukunft plus-Projektes die Virtuelle Stroh-Baustelle ins Leben gerufen, wo seit 2010 regelmäßig Workshops stattfinden. 2015 gründete er die Kooperation StrohNatur, die nun auch Strohballenhäuser (mit und ohne Workshops) errichtet.