
{"id":2518,"date":"2015-05-05T14:40:29","date_gmt":"2015-05-05T12:40:29","guid":{"rendered":"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/?page_id=2518"},"modified":"2016-02-15T15:33:39","modified_gmt":"2016-02-15T14:33:39","slug":"strohbau-techniken","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/strohbau-techniken\/","title":{"rendered":"Strohbau-Techniken"},"content":{"rendered":"<p>Im Wesentlichen unterscheiden wir im Strohballenbau folgende konstruktive Techniken:<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/category\/baubiologie\/lasttragend\/\">Lasttragend<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Lasttragend mit oder ohne Vorspannung<\/strong><\/p>\n<p>Die Ballen werden wie Ziegel im Versatz (ohne M\u00f6rtel) aufgemauert und mit Stangen (Holz, Bambus) innen oder au\u00dfen versteift. Nach dem Setzen (4\u20136 Wochen) kann die Wand direkt verputzt werden. Bei der Vorspannung wird die nat\u00fcrliche Setzung durch Spannvorrichtungen wie Gurte und Seile oder Klammern und Pressen (au\u00dfen) k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrt. Die Kompression der Ballen kann auch durch Gewichte am Dach herbeigef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><strong>1a. Lasttragend mit Gro\u00dfballen<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfballen sind h\u00f6her belastbar und daher statisch bestens f\u00fcr den lasttragenden Strohballenbau geeignet. Die Gro\u00dfballentechnik hat sich vor allem in der Schweiz (Werner Schmid), in S\u00fcdtirol (Margaret Schwarz) und zuletzt auch in \u00d6sterreich (Stroh+Lehm, StrohPlus) entwickelt. Zu bedenken ist allerdings der doch extrem h\u00f6here Platzbedarf der W\u00e4nde, was diese Technik im urbanen Gebiet zumindest fragw\u00fcrdig macht.<\/p>\n<p><strong>1b. Gew\u00f6lbe, Dome, Rundungen, Nischen <\/strong><\/p>\n<p>Da Strohballen leicht bearbeitet \u2013 gek\u00fcrzt, gebogen oder abgeschr\u00e4gt \u2013 werden k\u00f6nnen, sind \u201corganische\u201d Rundungen, Nischen, B\u00f6gen und Gew\u00f6lbe vor allem bei lasttragenden Strohballen-Wandsystemen m\u00f6glich. Allerdings m\u00fcssen zum Niederspannen auch Fussschwelle und Ringanker in der Form der W\u00e4nde ausgef\u00fchrt werden, was die Formflexibilit\u00e4t etwas einschr\u00e4nkt. Lasttragende Gew\u00f6lbe und Dome ohne separates Dach werden aber meist ohne Ringanker komprimiert.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/category\/baubiologie\/hybridsystem\/\">(Einfach-St\u00e4nder-)Hybridsysteme (wie z.B. die CUT-Technik)<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Vorteile der lasttragenden Strohbautechnik werden mit den Vorteilen der St\u00e4nderkonstruktionen gepaart: die Strohballen \u00fcbernehmen in Kombination mit den Putzoberfl\u00e4chen die (wind)aussteifende Funktion, die St\u00e4nder sorgen zus\u00e4tzlich f\u00fcr die Abtragung der statischen Lasten. Manchmal sind auch Hybridsysteme auf einer Seite diagonal ausgesteift (Diagonallattung oder aussteifende Platten). Beispiele daf\u00fcr sind Tom Rijvens CUT-System (cells under tension) und Pascal Thepauts Kolotec-System. Beim CUT-System (das eigentlich vom franz\u00f6sischen Strohballenbauer Jean Marie Haquette erfunden wurde) verhindern die CUT-Leisten die Knickung (Durchbiegung) der St\u00e4nder und halten den Strohballen in der Konstruktion. Hybridsysteme werden entweder beidseitig oder einseitig direkt beputzt. Auch in der Sanierung (Wrapping) kommt die Hybridtechnik zur Anwendung.<\/p>\n<p>Mit dem <strong>OrganiCut-System<\/strong> hat das asbn die CUT-Technik weiter entwickelt, wodurch auch Dome, Gew\u00f6lbe, Rundh\u00e4user und andere organische Formen in Hybridbauweise (mit einem tragenden St\u00e4nder) m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/category\/baubiologie\/staenderbau-infill\/\">2) (Doppel-)St\u00e4nderkonstruktionen (inkl. Modulbauweise)<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>2a) (Holz)-Rahmenbauweise \u201cinfill\u201d<\/strong><\/p>\n<p>mit Strohballen-D\u00e4mmung zwischen den Holzst\u00e4ndern: Die Strohballen werden in diesem Fall nichttragend als D\u00e4mmstoff in die Zwischenr\u00e4ume geschlichtet und evtl. verdichtet, um Setzung zu vermeiden. Dabei wird die Eigenschaft der Ballen genutzt, dass diese (nach dem Durchschneiden der Schn\u00fcre)\u00a0 in der L\u00e4ngsrichtung expandieren und damit die L\u00fccken zwischen Stroh und Konstruktion schlie\u00dfen. In dieser Technik k\u00f6nnen auch leichtere Ballen eingef\u00fcllt und mit Ballen-Lagen verdichtet werden, da das Mindestgewicht von gut d\u00e4mmenden Ballen bei 85 kg\/m3 beginnt und die Oberfl\u00e4chen \u00fcblicherweise beplankt (doppelte Sicherheit) und nicht direkt beputzt werden.<\/p>\n<p><strong>2b) Infill-Holzst\u00e4nder-Konstruktion<\/strong>, von <strong>StrohTec<\/strong> 1999 (Mitarbeit: Herbert Gruber\/asbn) entwickelt, von IBO, GrAT und ASBN durchgerechnet, gepr\u00fcft und getestet (siehe Haus der Zukunft-Bericht: <a href=\"http:\/\/www.baubiologie.at\/download\/hausderzukunft.pdf\" target=\"_blank\">Wandsysteme aus Nachwachsenden Rohstoffen<\/a>) und vom asbn im Lauf der Zeit <strong>modifiziert<\/strong> und an die Passivhausbauweise angepasst. Diese Konstruktion wird (in kleinen Varianten) in \u00d6sterreich am h\u00e4ufigsten gebaut. Bei diesem System werden die gesamten W\u00e4nde einer Seite des Geb\u00e4udes in Rahmenbauweise vorgefertigt. Die Montage erfolgt mit dem Kran. Eingef\u00fcllt k\u00f6nnen die Strohballen in der Halle oder auf der Baustelle werden.<\/p>\n<p><strong>2c) Modularer Strohballenbau (Prefab)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>In der Vorfertigung (Prefab) in Zimmereien k\u00f6nnen Bauteile schneller und damit kosteng\u00fcnstiger hergestellt werden, weshalb immer mehr Zimmereien diesen Weg einschlagen. Die Ballen k\u00f6nnen nach wie vor von der Baufamilie in Absprache mit der Zimmerei in der Halle eingef\u00fcllt werden. In einigen F\u00e4llen werden die Module an die Architektur des Hauses angepasst (variable Gr\u00f6\u00dfen), in manchen F\u00e4llen sind die Module an die Strohballenformate angepasst, was die Planung aufwendiger macht. Einige Prefab-Module werden auch bereits mit einer Grobputzschicht versehen (was bei liegenden Modulen einfacher ist), Transport und Montage (Kran) werden dadurch aber aufwendiger.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/category\/baubiologie\/wrapping\/\">3) Wrapping (thermische Sanierung oder Neubau: Strohballen au\u00dfen vorgesetzt)<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Eine (\u00fcblicherweise 36 cm dicke) Au\u00dfend\u00e4mmung aus Strohballen wird mit Spanngurten oder einer Hilfskonstruktion aus Holz (Hybridsysteme) o.\u00e4. vor bestehende Mauern oder W\u00e4nde (z.B. schlecht ged\u00e4mmte Geb\u00e4ude, unged\u00e4mmte Hallen, Scheunen etc.) oder auch einfache Holzkonstruktionen (Scheunen) gesetzt.<\/p>\n<p><strong>3a) St\u00e4nderkonstruktion au\u00dfen ged\u00e4mmt<\/strong><\/p>\n<p>Die Strohballen werden au\u00dfen vor eine Riegelkonstruktion gesetzt und bilden eine durchgehende W\u00e4rmed\u00e4mmschicht. Je nach D\u00e4mmh\u00f6he werden die Strohballen wie im lasttragenden Strohballenbau versteift und vorgespannt oder mittels Hybridkonstruktion an der Konstruktion befestigt.<\/p>\n<p><strong>3b) Tragende Holzbox mit Au\u00dfend\u00e4mmung<\/strong><\/p>\n<p>Die Strohballen werden au\u00dfen vor eine massive Wand (wie z.B. eine KLH-Holz-Box) gesetzt und bilden eine durchgehende W\u00e4rmed\u00e4mmschicht. Die Ballen k\u00f6nnen z.B. mit Holzspritzguss-Schrauben (siehe S-House) befestigt werden.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/category\/baubiologie\/strohballendach\/\">4) Strohballend\u00e4cher<\/a><\/strong><\/p>\n<p>..werden meist in Doppelst\u00e4nderkonstruktion (beidseitig beplankt) ausgef\u00fchrt. Als Untersicht kann eine verputzte Rauschalung, eine Brandschutzschalung (4 cm Holz Doppel-Nut-Feder) oder eine OSB-Platte mit beliebiger Oberfl\u00e4che dienen. Die Au\u00dfenseite wird mit doppellagigem Lehmputz, Rauschalung mit Winddichtigkeitsmembran oder diffusionsoffenen Unterdachplatten ausgef\u00fchrt und ist meist zur Dachhaut (Schindeln, Ziegel, Blech, Folie mit Gr\u00fcndach) hinterl\u00fcftet.<\/p>\n<p><strong>4a)<\/strong> <strong>Thermische Sanierung von Decken<\/strong> zum unausgebauten Dachboden sind die einfachste Art der D\u00e4mmung. Dazu werden die Strohballen fl\u00e4chig schwimmend aufgelegt und mit Rauschalung oder Platten abgedeckt. Auch ein schwimmender Lehmstampfboden darauf ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>4b) Dachbodenausbau: Bsp. Strohballen-Gew\u00f6lbe in Hybridsystem<\/strong><\/p>\n<p>Einfacher Ausbau eines Dachbodens mit Strohballen in Gew\u00f6lbeform und Hilfsst\u00e4ndern (Hybridsystem OrganiCut) aus einer Dreischichtplatte.<\/p>\n<p>____________________________________<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/category\/baubiologie\/stroh-bodenplatte\/\">5) Strohged\u00e4mmte Bodenplatten<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Strohballen werden wie bei der Rahmenbauweise zwischen die Sparren eingef\u00fcllt und \u2013 beidseitig verschalt \u2013 auf die Keller- bzw. Fundamentmauern, Streifenfundamente (Windrichtung beachten) oder Punktfundamente montiert (gelegt). Idealerweise sollte eine strohballengef\u00fcllte Bodenplatte rund 50 cm unterl\u00fcftet sein. Der gewachsene Boden unter einer Bodenplatte wird mit mind. 10 cm Schotter gef\u00fcllt um die Feuchte in diesem Zwischenraum zu reduzieren. <strong>Achtung:<\/strong> Die OSB-Platte muss bei einer Bodenplatte innen, also oben sein, w\u00e4hrend die Konstruktion au\u00dfen (unten) diffusionsoffen sein muss! Wie bei einer umgelegten Au\u00dfenwand. Werden im Bodenaufbau diffusionsdichtere Materialien (Estrich, Fliesen) verwendet, kann auch die Platte an der Unterseite eine OSB-Platte sein, in diesem Fall empfiehlt es sich, au\u00dfen (unten) eine 16 mm, innen (oben) eine mind. 22 mm OSB-Platte zu verwenden, um das Dampfgef\u00e4lle nach Au\u00dfen zu vergr\u00f6\u00dfern. Ebenfalls als Unterseite geeignet: eine Rauschalung mit diffusionsoffener Winddichtigkeitsmembran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Wesentlichen unterscheiden wir im Strohballenbau folgende konstruktive Techniken: Lasttragend 1. 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