
{"id":2521,"date":"2015-05-05T14:40:57","date_gmt":"2015-05-05T12:40:57","guid":{"rendered":"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/?page_id=2521"},"modified":"2021-01-29T18:17:58","modified_gmt":"2021-01-29T17:17:58","slug":"baustrohballen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/baustrohballen\/","title":{"rendered":"Baustrohballen"},"content":{"rendered":"<div class=\"middle col-left\">\n<p><strong>Das Wichtigste zuerst: Wo bekommt man noch Kleinballen in der N\u00e4he?<\/strong><\/p>\n<p>Zur Erntezeit (Ende Juli\/Anfang August) ist das relativ leicht, wenn Interessenten mit den Landwirten direkt in Kontakt treten k\u00f6nnen oder bereits vor der Ernte die Ballen reservieren. W\u00e4hrend des Jahres (und besonders im Fr\u00fchling) sind Kleinballen rar. Sie werden heute haupts\u00e4chlich von Landwirten mit Vieh- insbesondere mit Pferdehaltung hergestellt (Suchtipp!). Es hat sich auch bew\u00e4hrt, beim n\u00e4chsten Raiffeisen-Lagerhaus einen Zettel auszuh\u00e4ngen: Suche Kleinstrohballen in guter Qualit\u00e4t. Biete guten Preis. Bitte kontaktieren Sie\u2026 (Anm.: ein &#8222;guter&#8220; Preis f\u00fcr Ballen direkt vom n\u00e4chsten Bauern liegt bei 4 EUR\/Kleinballen inkl. Transport auf die Baustelle). Achtung: das Lagerhaus bietet selbst auch Kleinballen an, diese sind aber oft aus geh\u00e4ckseltem Stroh (f\u00fcr die Einstreu) hergestellt und zum Bauen (insbesonders zum Verputzen) eher ungeeignet.<\/p>\n<p><strong>Hier Tipps zur Suche von Kleinstrohballen und die Anbieter, die nach unserem Wissen \u00f6sterreichweit und ganzj\u00e4hrig Strohballen (nicht zertifiziert und zertifiziert) liefern:<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>SonnenKlee:<\/strong><\/p>\n<p>ETA-zertifizierte Bio-Baustrohballen (\u00dcbernahme der Lizenz von Waldland)<br \/>\nSonnenKlee GmbH<br \/>\nAbetzdorf 2<br \/>\n3331 Kematen\/Ybbs<br \/>\n+43 7448 219 32<br \/>\n<a href=\"mailto:office@sonnenklee.at\">office@sonnenklee.at<\/a><br \/>\nInfo: <a href=\"http:\/\/www.sonnenklee.at\/produktinfo-baustroh\/\">www.sonnenklee.at\/produktinfo-baustroh\/<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Markus Grubm\u00fcller<\/strong><br \/>\n2433 Margarethen am Moos,<br \/>\nTel.: 0699\/11557625<\/p>\n<p>Angebot: Kleinballen (Weizenstroh), Ma\u00dfe: h49*b36*l100 cm, Gewicht: ca.17 kg entspricht in etwa einer Dichte von 100 kg\/m\u00b3, Preis ab Hof: 3,50\u20ac\/St\u00fcck, Gerne organisieren wir auch den Transport zu Ihrem Bauprojekt.<\/p>\n<p>Kontakt: Markus Grubm\u00fcller, 2433 Margarthen am Moos, Tel.: 0699\/11557625<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Weitere Anbieter finden Sie auf diesen Seiten:<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Seite <a href=\"http:\/\/baubiologie.at\/strohballenbau\/strohballenbau\/handwerker-links\/\">Handwerker &#8211; Wir bauen Dein Strohballenhaus<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.landwirt.com\/Kleinanzeigen\/angebote-Stroh,47.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> landwirt.com<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.strohhandel.co.at\/m15.html\">strohhandel.co.at<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Freilich gibt es zum Thema Baustrohballen noch einiges mehr zu sagen. Das Wichtigste davon:<strong> Was macht einen guten Ballen aus, wie stellt man ihn her und wie erkenne ich ihn?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der ideale Ballen ist<\/strong><br \/>\n1. <strong>gelb<\/strong> (und nicht grau, braun oder sonstwas)<br \/>\n2. <strong>formstabil<\/strong><br \/>\n3. <strong>trocken<\/strong> (Ausgleichsfeuchte nicht \u00fcber 14%)<br \/>\n4. aus <strong>harten Getreidesorten<\/strong> (Winter- oder Sommerweizen, Roggen oder Dinkel)<br \/>\n5. <strong>frei <\/strong>von<strong> Gr\u00fcnzeug<\/strong> (Beikrautanteil unter 2%)<br \/>\n6. ausreichend <strong>dicht<\/strong> (85\u2013120 kg\/m3, ergibt f\u00fcr einen \u00fcblichen Kleinballen (80 x 50 x 36) ein Gewicht zw. 12 und 17 kg)<\/p>\n<p><strong>Form und Ma\u00dfhaltigkeit:<\/strong> Zur Herstellung rechteckiger Ballen wird das Stroh von der Ballenpresse aufgenommen und zu etwa 5\u201310 cm dicken Lagen gepresst, die \u2013 mehrfach aneinandergereiht \u2013 einen Strohballen ergeben. W\u00e4hrend die Breite und H\u00f6he der Ballen durch den Kanal der Ballenpresse vorbestimmt ist, ist die L\u00e4nge der Ballen variabel \u2013 und nur bei Gro\u00dfballen halbwegs exakt einstellbar. Da bei den \u00fcblicherweise im Stroh(selbst)bau verwendeten Kleinballen (46\u201350 x 36 x 65\u201390 cm) die L\u00e4ngen auch bei gleicher L\u00e4ngeneinstellung der Ballenpresse mitunter also stark variieren, werden in Konstruktionen mit gleichbleibenden St\u00e4nder-Abst\u00e4nden die Ballen mit weiteren Lagen verl\u00e4ngert. Daf\u00fcr ist es wichtig, dass die Schmalseiten der Kleinballen relativ flach und die Ecken m\u00f6glichst wenig abgerundet sind, das erspart viel Nachbearbeitung w\u00e4hrend des Einf\u00fcllprozesses. Der Strohballen wird nach der voreingestellten L\u00e4nge \u2013 je nach Gr\u00f6\u00dfe \u2013 mit 2 bis 3 Polypropylen- oder Sisal-Schn\u00fcren zusammengebunden.<\/p>\n<p><strong>Wer gute Ballen direkt vom Bauern will, sollte dies gut drei Monate vor der Ernte mit dem Landwirt absprechen,<\/strong> damit alles f\u00fcr den reibungslosen Ablauf (Pressen, Bergen, trockenes (!) Lagern, Transport) in die Wege geleitet werden kann.<\/p>\n<p>Der richtige Zeitpunkt ist zwei Tage nach dem Drusch \u2013 sofern es seitdem nicht geregnet hat. Ideal ist die hei\u00dfeste Zeit des Tages (geringste Taufeuchte); gibt es (gr\u00fcnen) Beikr\u00e4uterbesatz, muss das mit l\u00e4ngeren Ballen-Trocknungszeiten ausgeglichen werden. G\u00fcnstig ist, wenn das Stroh vor dem Drusch gestanden ist, also nicht wetterbedingt flach am Boden gelegen hat.<\/p>\n<p><strong>Sortenfrage:<\/strong> Die Getreidesorte bzw. die Anbaumethode spielen f\u00fcr die Ballenqualit\u00e4t ebenfalls eine Rolle: Holzigere Halme ergeben dichtere Ballen. Einige Sorten nach abnehmender Holzigkeit sortiert: Winterweizen, Dinkel, Roggen, Wintergerste, Sommerweizen, Hafer, Sommergerste.<br \/>\nHalme aus Bioanbau sind in der Regel weniger holzig als solche aus konventionellem Anbau. K\u00fcrzere Halme sind fester, beim Pressen aber nachteilig.<\/p>\n<p><strong>Presstechnik:<\/strong> F\u00fcr das Pressen von eckigen Strohballen eignen sich ausschlie\u00dflich die leider im Verschwinden begriffenen Kolbenpressen; mit den kolbenlosen Pressen werden Rundballen hergestellt.<br \/>\nAbgesehen von der Maschinenleistung wird die Pressdichte (Idealdichten zwischen 85 und 120 kg\/m3) von mehreren Faktoren beeinflusst: Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der Strohzufuhr (keine L\u00fccken im Schwad), Fahrgeschwindigkeit (je h\u00f6her, desto mehr Material pro Kolbenhub wird gepresst), Enge des Presskanals.<br \/>\nF\u00fcr letzteres gilt: f\u00fcr Baustrohballen die Handkurbel so fest wie m\u00f6glich anziehen; zus\u00e4tzlich kann durch den Einbau von Brettern oder das Einschwei\u00dfen von Vierkantflacheisen am Ende des Presskanals die Pressdichte weiter erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Kolbenmesser und Gegenschneide sollten m\u00f6glichst nahe beieinander liegen (max. Abstand 5 mm), um einen geraden Schnitt zu gew\u00e4hrleisten, der sp\u00e4ter am Bau viel Nacharbeit erspart. Vorsicht aber vor Steinchen im Pressgut! Sind solche wahrscheinlich, muss eine Einstellung \u00fcber 5 mm gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Als optimal haben sich Pressen erwiesen, die eine Schnurfurche in den Ballen ziehen: damit ist die Schnur immer richtig platziert und kann sich kaum noch verschieben.<\/p>\n<p><strong>Das asbn empfiehlt:<\/strong> Kleinstrohballen, die mit den Ballenpressen Welger (ab 72) oder John Deere gepresst wurden, haben die beste Qualit\u00e4t und Formhaltigkeit.<\/p>\n<p>Siehe auch das Poster (PDF): <a href=\"https:\/\/www.baustroh.de\/pdf\/Moderne_Pressen_und_deren_Optimierung_zur_Hestellung_von_Baustroh.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Moderne Strohballenpressen und deren Optimierung f\u00fcr den Strohballenbau<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Abmessungen der Strohballen<\/strong><\/p>\n<p>Strohballenquader werden \u2013 vor allem des einfacheren Transports wegen \u2013 in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen gepresst, die gr\u00f6\u00dften davon kommen auf ein Gewicht von rund 600 kg. Dabei ist das Prinzip stets dasselbe. Das Stroh wird schichtweise in der Ballenpresse komprimiert und mit Schn\u00fcren zu Ballen gebunden. L\u00f6st man die Schn\u00fcre, lassen sich die einzelnen Schichten (auch h\u00e4ndisch) wieder trennen, und man erh\u00e4lt ca. 5\u201310 cm dicke, instabile \u201cStrohmatten\u201d. Die Standardformate von Quaderballen (in Abh\u00e4ngigkeit von den Kanalma\u00dfen der Ballenpressen) in Europa betragen:<\/p>\n<p><strong>Kleinballen:<\/strong> h 46\u201350 x b 36 x l 65 \u2013 110 cm (im Durchschnitt 80 cm)<br \/>\n<strong>mittelgro\u00dfe Ballen:<\/strong> h 50 x b 80 x l 70 \u2013 240 cm (Claas)<br \/>\n<strong>Gro\u00dfballen:<\/strong> h 70 x b 120 x l 100 \u2013 300 cm<br \/>\n(L\u00e4nge bei Gro\u00dfballen exakt in 5 cm \u2013 Schritten einstellbar)<\/p>\n<p><strong>weitere m\u00f6gliche Ma\u00dfe (selten in Verwendung):<\/strong><\/p>\n<p>Kleinballen: h 30 x b 40 x l 60 \u2013 120 cm (Welger)<br \/>\nKleinballen: h 37 x b 60 x l 60 \u2013 120 cm (Welger)<br \/>\nKleinballen h 40 x b 50 x l 60 \u2013 120 cm (Welger)<br \/>\nmittelgro\u00dfe Ballen: h 70 x b 80 x l 70 \u2013 240 cm (Welger)<br \/>\nmittelgro\u00dfe Ballen: h 80 x b 80 x l 100 \u2013 250 cm (Krone)<br \/>\nGro\u00dfballen: h 80 x b 120 x l 100 \u2013 250 cm (Krone)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Und f\u00fcr alle, die vom Thema Baustrohballen nicht genug bekommen k\u00f6nnen, hier ein kurzer Abriss der nicht immer ganz so tollen Zertifizierungsgeschichte:<\/p>\n<p><strong>ETZ-Zertifizierung f\u00fcr Strohballen, bauaufsichtliche Zulassung und Eintragung in die \u00d6sterreichische Baustoffliste (OIB)<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die herk\u00f6mmlichen Strohballen in den Abmessungen 36 x 47 x 70\u201390 cm im lasttragenden wie im Holzrahmen-Strohballenbau weltweit gute Dienste leisten, verlangt die Bauordnung den Einsatz von zertifizierten oder zugelassenen Baumaterialien.<\/p>\n<p>F\u00fcr die in \u00d6sterreich und Deutschland beliebtere Holzst\u00e4nderbauweise (bei der aus Kostengr\u00fcnden immer h\u00e4ufiger ganze Bauteile in den Zimmereien vorgefertigt werden) musste deshalb ein neues Verfahren gefunden werden.<\/p>\n<p>Als europaweit erstes Unternehmen brachte 2007 <strong>BauStroh Ltd.<\/strong> aus dem norddeutschen L\u00fcneburg Baustrohballen als \u201cbauaufsichtlich zugelassenen\u201d D\u00e4mmstoff auf den Markt. Mit einer W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit (Bemessungswert) von <strong>0,052 W\/mK<\/strong> stehend (D\u00e4mmstoffdicke 36 cm, Wandst\u00e4rke ab 40 cm) und 0,08 W\/mK liegend (D\u00e4mmstoffdicke 50 cm, Wandst\u00e4rke ab 54 cm) liegen diese Ballen \u00e4hnlich wie die in \u00d6sterreich gepr\u00fcften Baustrohballen <strong>0,049-0,050 W\/mK<\/strong> (D\u00e4mmstoffdicke 36-40 cm, Wandst\u00e4rke ca. 50 cm).<\/p>\n<p>Ab 2010 wurden die von <a href=\"http:\/\/www.waldland.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Waldland<\/a> hergestellten und mit der Europ\u00e4isch Technischen Zulassung versehenen <strong>CE-zertifizierten Baustrohballen<\/strong> in \u00d6sterreich produziert. Die Baustrohballen von Waldland weisen \u00fcblicherweise gut ausgebildete, formstabile Kanten und planere Oberfl\u00e4chen auf, da sie mit einem Multibaler (Krone) aus Gro\u00dfballen hergestellt werden. \u00dcblicherweise. Denn wer glaubt, dass allein die Zertifizierung gl\u00fccklich mache, vergisst, dass Stroh ein wetterabh\u00e4ngiges Naturmaterial ist, und wenn es zur oder vor der Ernte regnet, hilft auch die Zertifizierung nichts. Der Vorteil der Sicherheit, ein gepr\u00fcftes Material in H\u00e4nden zu haben (das \u00fcbrigens jeder leicht selbst \u00fcberpr\u00fcfen kann), wird hier leider durch eine zentrale Herstellung und damit mitunter weite Transportwege konterkariert.<\/p>\n<p>Dennoch, mit der \u00dcbernahme der Zertifizierung durch die Fa. <a href=\"http:\/\/www.sonnenklee.at\/index.php?sprt_id=231\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sonnenklee<\/a> im Jahr 2016 scheint Licht am Horizont aufzutauchen. F\u00fcr Gro\u00dfprojekte kann die Herstellung auch vor Ort bewerkstelligt werden. Kontakt: Herr Matzenberger\/Herr Appeltauer von Sonnenklee.<\/p>\n<p><strong>GrAT: nachtr\u00e4gliche Zertifizierung<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Hier springt nun die Gruppe Angepasste Technologie der TU Wien ein: Sollte bei Ihrem Bauvorhaben eine Verwendung von ausschlie\u00dflich zertifizierten Baustoffen verlangt werden (weil etwa andernfalls niemand bereit ist, die Haftung zu \u00fcbernehmen), k\u00f6nnen Sie sich Ihre Baustrohballen von der GrAT auch nachtr\u00e4glich zertifizieren lassen. Das befreit Sie nicht davon, sich rechtzeitig um deren Beschaffung zu k\u00fcmmern und \u00e4ndert nat\u00fcrlich auch an deren Qualit\u00e4t nichts (die bei Beachtung unserer Tipps leicht feststellbar ist), erspart Ihnen aber unter Umst\u00e4nden qu\u00e4lende Probleme mit den Baubeh\u00f6rden. Johannes Erlinger (Kontakt siehe oben, www.baustrohballen.at) hat auf diese Entwicklung in \u00d6sterreich reagiert und bietet \u2013 gemeinsam mit der Grat \u2013 nun ganzj\u00e4hrig in (Ost)\u00f6sterreich auch nachtr\u00e4glich zertifizierte Kleinballen als Baustrohballen an.<\/p>\n<p>Rechnen Sie mit zus\u00e4tzlichen Zertifizierungskosten von \u20ac 1,\u2013 pro Ballen, dazu kommen eine Fahrtpauschale von \u20ac 100,\u2013 bis 250 km, Arbeitskosten von ca. \u20ac 600,\u2013 f\u00fcr 8 h und ein Hunderter als Geb\u00fchr f\u00fcr den ETZ-Eintrag.<br \/>\nKontaktperson bei der GrAT: DI (FH) S\u00f6ren Eikemeier, <a href=\"mailto:se@grat.at\">se@grat.at<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Alternativen zur Zertifizierung \u2013 und Ausblick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Die Zertifizierung von Klein- und Gro\u00dfballen als industrieller (genormter) Baustoff ist nicht die einzige M\u00f6glichkeit \u2013 und bei Weitem auch nicht die Beste: L\u00e4nder wie Frankreich oder die USA haben gezeigt, dass der Weg in die Norm (\u00d6NORM oder DIN) der bessere \u2013 aber aufw\u00e4ndigere und langwierigere ist. Die Qualit\u00e4ts\u00fcberpr\u00fcfung von Strohballen k\u00f6nnen Bauern (die Hersteller), aber auch Zimmereien und Bauunternehmen auf Nachfrage der Baufamilien und im Zuge eines Qualit\u00e4tsmanagements regional selbst leicht durchf\u00fchren (auch das Einsenden einer Probe an ein zertifiziertes Labor w\u00e4re denkbar, um absolute Sicherheit \u00fcber den Schimmelsporenanteil zu erhalten).<\/p>\n<p>Will die Europ\u00e4ische Kommission wirklich (wie der <em>Economist<\/em> am 28. November 2013 unter dem Titel \u201c<em>Why are straw houses making a comeback?<\/em>\u201d schreibt) bis zum Jahr 2020 5% aller neu gebauten H\u00e4user aus Strohballen(paneelen), dann w\u00e4re etwas Unterst\u00fctzung auf dem Weg in die Norm seitens der Ministerien oder Beh\u00f6rden durchaus sinnvoll und gefragt. Denn man darf nicht vergessen, dass wir es hier mit einem g\u00fcnstigen Baustoff vom Feld zu tun haben, der bei Beachtung einiger simpler Regeln (gelbes, frisch riechendes Stroh bedeutet immer, dass das Stroh in Ordnung und frei von Schimmelsporen ist und das Gewicht l\u00e4sst sich ebenso leicht feststellen) leicht regional herstell- und \u00fcberpr\u00fcfbar w\u00e4re. Dieser g\u00fcnstige Rohstoff-Preis (auch wenn er in den letzten Jahren stark gestiegen ist) ist aber zugleich das gro\u00dfe Manko f\u00fcr diesen nachhaltigen, \u00f6kologischen und CO2-sparenden D\u00e4mmstoff vom Feld: industrielle Hersteller haben kaum Interesse, den Strohballen als Strohballen in den Handel zu bringen, weil die Margen zu gering sind. Dieses Problem kann eigentlich nur von der Politik und den Baubeh\u00f6rden gel\u00f6st werden. Die Nachfrage seitens der Baufamilien nach \u201cgr\u00fcnen Baustoffen\u201d ist da, die Absicht der EU d\u00fcrfte mit den 20:20-Klimaschutz-Zielen auch klar sein. Was noch fehlt, ist die Bereitschaft, diesem Baustoff auch die rechtlichen Grundlagen zu bieten, damit diese Ziele auch erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da die Verarbeitung von Strohballen in Wand- und Dachkonstruktionen etwas mehr Aufwand bedeutet als etwa Zellulose einzublasen, h\u00e4tte ein Gro\u00dfteil der Bauwirtschaft sogar einen finanziellen Nutzen von dieser Entwicklung. Und dass damit \u00f6kologische\u00a0CO2-sparende\u00a0Passiv- und Plusenergieh\u00e4user zu einem \u00e4hnlichen Preis wie nicht \u00f6kologische \u2013 auf endlichen Ressourcen basierende vergleichbare H\u00e4user zu errichten w\u00e4ren, w\u00fcrde f\u00fcr viele Baufamilien jenen letzten Anreiz bieten, den eine nachhaltige Entwicklung braucht, um erfolgreich zu sein. Wer \u00fcber die Wohngesundheit, Nachhaltigkeit und Co2-Speicherung hinaus etwa an zuk\u00fcnftige Baurestmassen denkt, kann eigentlich langfristig nicht anders, als auf Nachwachsende Rohstoffe wie Strohballen zu setzen. Der volkswirtschaftliche Nutzen w\u00e4re enorm.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wichtigste zuerst: Wo bekommt man noch Kleinballen in der N\u00e4he? Zur Erntezeit (Ende Juli\/Anfang August) ist das relativ leicht, wenn Interessenten mit den Landwirten direkt in Kontakt treten k\u00f6nnen oder bereits vor der Ernte die Ballen reservieren. W\u00e4hrend des Jahres (und besonders im Fr\u00fchling) sind Kleinballen rar. 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