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FarmBot – der OpenSource Gartenroboter

Herbert Gruber
vorgestellt von Herbert Gruber

Ein amerikanisches Start-up hat einen Roboter entwickelt, der automatisiert Gemüse anpflanzt, bewässert und Unkraut zerstört.

Selbstversorgung ist eines der modernen Schlagworte, wenn es um gesunde und umweltbewusste Ernährung geht. Doch oft fehlt für den Anbau von eigenem Obst und Gemüse nicht nur der Platz, sondern auch die Zeit zum Säen, Bewässern und Unkraut entfernen. Ein kalifornisches Start-up bietet dafür nun eine Lösung an: den Farmbot Genesis.

Der Gartenroboter übernimmt im Gemüsebeet alle Aufgaben, die normalerweise per Hand erledigt werden müssen. Der Besitzer muss nur noch in der App einstellen, wie viel Gemüse von welcher Sorte angebaut werden soll. Daraufhin setzt der Farmbot die Samen im vorprogrammierten Abstand ein, misst die Feuchtigkeit im Boden und wässert die Pflanzen nach Softwarevorgabe, so dass die Ressourcen möglichst effizient genutzt werden.

Auch Unkraut erkennt der Roboter und versenkt es mit seinem Greifarm sofort wieder im Boden, sobald es aufsprießt. Chemische Unkrautvernichter sollen dadurch überflüssig werden. Nur das Ernten bleibt weiterhin dem Menschen überlassen – vielleicht, um ihm das Gefühl zu geben, auch selbst noch etwas zur Erzeugung beigetragen zu haben.

Großer Roboter – für kleine Beete

Bislang kann der Farmbot nur kleinere Beete mit einer maximalen Länge von knapp drei Metern und einer maximalen Breite von knapp anderthalb Metern beackern. Geht es nach den Erfindern, soll sich das noch ändern. Dann könnte der Roboter tatsächlich auch in großen Gärten oder sogar auf Feldern zum Einsatz kommen.

Die Software und Bauanleitung des Farmbot bietet das gleichnamige Unternehmen als frei zugängliche Open-Source-Dateien im Internet an. So kann jeder technikbegeisterte Hobbygärtner an der Weiterentwicklung der Maschine arbeiten. Die einzelnen Aufsätze für den Farmbot kommen dabei aus dem 3D-Drucker.

Geübte Bastler mit viel Zeit könnten den Roboter demnach theoretisch komplett selber bauen. Für alle anderen ist der Gartenroboter kein ganz billiges Gartenwerkzeug: Rund 3.500 Euro kostet er regulär, hinzukommen noch einmal mehr als 200 Euro für den Versand. Da die Auslieferung erst Anfang nächsten Jahres beginnt, gewährt das amerikanische Unternehmen aktuell noch einmal einen Rabatt von 20 Prozent für die Vorbestellung. (Quelle/Text: Leonard Goebel, Wirtschaftswoche)

Mehr Infos (englisch):

Humanity’s first open-source CNC farming machine. Pre-orders will be available in July at https://farmbot.io
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Über den Autor

Herbert Gruber

Herbert Gruber

Netzwerker seit der Gründung des ASBN 1999, Obmann des ASBN seit 2006, Buchautor (Bauen mit Stroh, Neues Bauen mit Stroh), Gesellschafter von StrohTec (Österreichs erster Strohbaufirma), hat in Ravelsbach im Zuge eines Haus der Zukunft plus-Projektes die Virtuelle Stroh-Baustelle ins Leben gerufen, wo seit 2010 regelmäßig Workshops stattfinden. 2015 gründete er die Kooperation StrohNatur, die nun auch Strohballenhäuser (mit und ohne Workshops) errichtet.