AT - Strohballenhäuser in Austria Hybridsystem

Biohof Achleitner / OÖ: längste Strohwand Österreichs

vorgestellt von Herbert Gruber

Eckdaten

Ort:Eferding Fertigstellung:2004 Entwurf & Planung:architekturplus Besichtigung:Ja Pressebilder:Ja
Eigenleistung:0
Heizwärbebedarf:20 U-Wert (Wand):0,15W/m2K U-Wert (Dach):0,13W/m2K Haustechnik:Lüftung System: Modulares System, zentrale Anlage EWÜ: Ja Beschreibung: Für das Gebäude wurden 3 Lüftungsgeräte realisiert: Bereich Verwaltung/Restaurant mit 5.500 m³/h, Bereich Halle mit 5.700 m³/h Bereich Küche mit 7.600 m³/h, wobei die Küchenlüftungsanlage nach ÖNORM H6030 errichtet wurde.Für alle Geräte erfolgt die Luftansaugung über einen Erdkollektor, für die Übergangszeit ist eine Klappe mit direkter Außenluftansaugung ausgeführt. Die Lüftungsgeräte sind mit Wärmerückgewinnungen mit bis zu 85 % ausgestattet und im Untergeschoss situiert. Die Luftverteilung erfolgt in Schächten und Zwischendecken, die Zuluft wird prinzipiell in Aufenthaltsbereichen eingebracht, die Abluft in Nebenräumen, wie Garderoben und WC abgeführt. Zur Konditionierung der Luft sind Heiz- und Kühlregister eingebaut. Heizung Wärmequelle: Grundwasser Wärmeerzeugung: Wärmepumpe Wärmeverteilung: Zuluft,Heizfläche wassergeführt,Heizfläche luftgeführt Solarenergienutzung: Therm. Kollektor, Fotovoltaik-Paneel Zuluft Sonstiges: Grundwasser wird über den Brunnen entnommen, über erdverlegte Leitungen zur Wärmetauscheranlage geführt und wieder versickert. Mit diesem Grundwasser werden die Wärmepumpen und auch die Rückkühlung der Gewerbekälteanlage versorgt. Durch die unterschiedliche Nutzung des Gebäudes sind zwei Wärmpumpen mit Heizen und Heizen/Kühlen installiert. Zur Energieoptimierung sind Umschaltmöglichkeiten betreffend Gewerbekälteanlage und den Wärmepumpen ausgeführt, dadurch wird die Energie in jedem Betriebsfall optimal genutzt (z.B. wenn Kühlwasser über WT-Gewerbekälte erwärmt wird ist dieser der Vorlauf für die Heizungswärmegruppe, uvm. Für die Warmwasserbereitung für den Küchenbereich ist eine eigene Solaranlage installiert Notkamin: Nein Warmwasser dto. Heizung Kategorien: AT - Strohballenhäuser in Austria, Hybridsystem,

Das Gebäude wurde in Passivhausqualität errichtet. Die Halle wurde als Holzsonderkonstruktion mit Strohdämmung für Dach und Wände ausgeführt. Das erforderliche Stroh wurde zum großen Teil auf Feldern des Biohofes geerntet. Um die Strohdämmung auch optisch sichtbar zu machen, wurde eine große Wand außen mit Glas verkleidet.
Die Architektur des Gesamtgebäudes basiert auf den Grundsätzen des Biohofes. Innovation und zukunftsgerichtetes Denken drücken sich in einer richtung-gebenden Architektur aus, die neben der Materialwahl auch in der Formgebung Zeichen setzt.

Das Zusammenführen und ineinander Verschränken der drei unterschiedlichen Nutzungsbereiche Logistik, Verwaltung, Verkauf mit Restauration wird durch die Wahl dreier Baukörper in jeweils verschiedenen Materialien ausgedrückt.

Das Gebäude ist ein reiner Holzbau. Die gesamte tragende und nicht tragende Struktur ist aus hoch wärmegedämmten Holzfertigteilen ausgeführt. Die Wände und Dächer wurden zum Großteil mit Stroh gedämmt. Im Innenbereich kommen in den Räumen mit hoher Personenbesetzung Lehmbauplatten zur Regulierung des Mikroklimas und des natürlichen Feuchtehaushaltes zum Einsatz.

Die Dächer des Verwaltungsgebäudes wurden als Gründächer ausgeführt, tragen damit zu einer natürlichen Regenwasserregulierung durch Speicherung, Bewässerung und Verdunstung bei und geben der Natur ein Stück Grün zurück, das man ihr durch den Neubau genommen hat..

Pflanzen werden zur Klimatisierung herangezogen. Sie verbessern die Luftqualität, binden Schadstoffe und nehmen damit einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Menschen.

Über den Autor

Herbert Gruber

Netzwerker seit der Gründung des ASBN 1999, Obmann des ASBN seit 2006, Buchautor (Bauen mit Stroh, Neues Bauen mit Stroh), Gesellschafter von StrohTec (Österreichs erster Strohbaufirma), hat in Ravelsbach im Zuge eines Haus der Zukunft plus-Projektes die Virtuelle Stroh-Baustelle ins Leben gerufen, wo seit 2010 regelmäßig Workshops stattfinden. 2015 gründete er die Kooperation StrohNatur, die nun auch Strohballenhäuser (mit und ohne Workshops) errichtet.